Mittwoch, 19. Dezember 2007

Safari njema! - gute Reise pt.2

Und wieder einmal hab ich mich aufgemacht um mehr von Tanzania zu sehen. Diesmal mit Kathi und rein touristischen Absichten.
Die Reiseziele:
- Usambara Mountains
- Tanga
- Pangani
Wenn man hier in Tanzania mit dem Bus reisen möchte, dann lässt man sich von irgendwem die ungefähre Uhrzeit sagen, wann der Bus kommen soll, geht runter zum Busstand und wartet bis oder ob der Bus kommt. So auch bei unserer Fahrt nach Lushoto in die Usambara Berge. Uns wurde gesagt: „der Bus kommt um 9.“ Und am Bahnhof wurden uns auch gleich Tickets in die Hand gedrückt für den Bus, der um 9 kommen sollte mit dem Zusatz, dass der Bus eine halbe Stunde später kommen soll. So gegen 9.45 wurde uns dann mitgeteilt, dass der Bus ne Reifenpanne hat und deswegen gar nicht mehr kommt. Dafür sollten wir aber einen Bus nehmen, der uns an den Fuss der Berge bringt und von dort können wir einen anderen Bus in die Berge nach Lushoto nehmen. Da frag ich mich immer, warum wird einem so was nicht gleich vorgeschlagen? Stattdessen wartet man und wartet. Beim Bus fahren hab ich mir jetzt angewöhnt so viele Meinungen wie möglich einzuholen und dann mein eigenes Meinungsbild daraus zu ziehen, sonst wird man noch verrückt und verarscht.
Aber zurück zur Reise.
Lushoto ist ein kleiner Ort in den Usambara Mountains, die aussehen wie die Alpen mit Bananenbäumen und schwarzen Schweizern. Dadurch, dass da früher die Europäer ihre Farmen hatten, von denen viele noch stehen, hat das ganze echt Alpenflair. Alles ist grün, die Blumen blühen und die Kühe muhen. Was fehlt ist der Schnee, den es dort wohl erst in ein paar Jahren geben wird, wenn wir endlich genug CO² produziert haben.
In unserem Guesthouse haben wir gleich am ersten Tag nen verrückten Franzosen (62) aus Paris kennen gelernt, der uns seit dem nicht mehr von der Seite gewichen ist. Er selbst erzählt über sich, dass er eigentlich in der Welt zu Hause ist, vor allem aber in Kenia, Brasilien und Madagaskar. Kisuaheli lernt er schon seit 15 Jahren, seit dem er das erste Mal in Kenia war. Von seinen Sprachkenntnissen konnten wir profitieren, was aber auch irgendwie das einzige war, weswegen wir so viel mit ihm gemacht haben. Er ist leider einer dieser Menschen, die immer reden müssen, ihre Sätze mit „Listen, I did such a fantastic thing“ anfangen und nie zuhören können wenn man was erzählt. Ich weiss nicht, wie oft wir ihm erzählt haben, dass wir im Anschluss an Lushoto nach Tanga fahren würden. Bis heute wird er’s noch nicht begriffen haben. Ich mach mir auch nicht die Mühe ihn da noch mal aufzuklären. Wird eh nicht hängen bleiben. Eine andere seltsame Eigenschaft von ihm, deren Ursprung auf seine französische Herkunft schiebe, ist, dass er jede Frau egal welchen alters anquatschen musste. Wenn wir mit ihm unterwegs waren und uns eine Gruppe Frauen entgegen kam, dann wussten wir schon, dass Brünó anhalten musste um mindestens eine anzügliche Bemerkung zu machen. Die Male an denen wir ohne ihn wandern waren, weil er sich lieber ausruhen wollte, waren jedes Mal superschön. Wir die Vögel hören, die wir mit ihm an unserer Seite nicht gehört hätten wegen dem Gelaber. Auch kamen wir in den Genuss diese Vögel dann über uns in den Bäumen zu sehen.
Nach drei Tagen mit Bruneaux waren wir froh ihn und traurig diese schönen Berge hinter uns zu lassen.

Von Lushoto gings die Serpentinen runter nach Mombo und von dort nach Tanga (Lushoto ist ungefähr halbe Strecke Mwanga-Tanga). Tanga haben wir eigentlich nur genutzt als Zwischenstop nach Pangani. An sich haben wir auch nicht mehr gesehen als schon vorweg (s.u) beschrieben. Was aber sehr nett war, war der Besuch in der ältesten Schule Tansanias, wo wir dann von dem Headmaster eingeladen wurden auf eine geführte Tour durch die Schule, vor der wir bei ihm im Büro saßen bei Cola und Gesprächen über die schlechte Schulsituation in Tanzania und dass wir in Deutschland auch das ein oder andere Problem mit der Erziehung haben. Kathi hat das ganze typisches Lehrergespräch genannt. Die Banausin…
Von Tanga gibt’s außer Hitze nicht mehr zu berichten, was meinen Bericht weiterlenkt und zwar nach Pangani einem sehr kleinen verschlafenen Fischerdorf, mit den schönsten Stränden des Tanzanischen Festlandes um sich herum. Irgendwie hat das aber noch kein Reisebüro so richtig mitbekommen und auch die Bewohner wissen sich noch nicht so recht zu vermarkten. Wenig Menschen, die Englisch sprechen, dafür um so mehr einfach nur nette Menschen, die sich immer total kaputt lachen, wenn man auf Kisuaheli antwortet, wenn sie einen grüßen oder sonst was sagen. Am meisten Belustigung bringt die Antwort „Poa“ auf die Frage „Mambo (vipi)?“, da das sozusagen swahili-Slang ist und von einem Weißen nicht vermutet wird, dass er das kann. Hah! Ich schon! (Kathi jetzt auch)
Das nervigste an Pangani war echt die Hitze, die einen nicht mal in der Nacht zu frieden schlafen lässt. Haltet mich jetzt nicht für einen Sadisten, da ich euch in eurem Winter von Hitze vorklage. Manchmal würde ich gerne mit euch tauschen, wenn auch nur für kurze Zeit. In letzter Zeit träum ich auch immer öfter vom Skifahren und von Schnee. Darauf muss ich wohl oder übel verzichten diesen Winter. Auch dass dieses Jahr irgendwann Weihnachten sein soll kann ich noch nicht so fassen. Traditionell haben Kathi und ich auch den dritten Advent vergessen und die dritte Kerze nicht angezündet.
Gestern sind Mel und Felix angekommen. Nach nem leckeren Frühstück heute gehts gleich in den von mir schon mal erwähnten Regenwald von Kileo. Ich dachte mir sozusagen als Wandersafari-Ersatz. Auf richtige Safari gehen wir auch noch in den nächsten Tagen. Wer will kann ja schon mal neidisch werden...

Dienstag, 18. Dezember 2007

Zonen-Gabi (17) im Glück (BRD)

Ich hab sie gegessen: Meine erste Banane!

An meinem Geburtstag dachte ich mir, dass die Zeit reif ist um mal was krasses zu machen. Und da ist es passiert. Fruchtig und Matschig rutschte es mir den Hals herunter und nach drei Bissen wars mir aber auch zu viel.
Mitlerweile hab ich schon die ein oder andere Staude verdrückt. (waren bestimmt schon so 3 Bananen seit dem).
Phobie besiegt!

Mittwoch, 5. Dezember 2007

lang lang ist's her




seit ich die letzte Post geschrieben habe.

Seit meinen letzten Erlebnissen hier in Mwanga und Umgebung hat es mich nun doch noch in andere Teile des Landes verschlagen. Moshi, Tanga und Dar. Diesmal nur mit der Kathleen und nicht mit nem Afrikaner. Da meine Swahili Kenntnisse ein wenig besser sind als die von ihr hab ich meistens die Verhandlungen und die Gespraeche fueren muessen. Hat mal wieder meinem Sprachverstaendnis einen ordentlichen Boost gegeben.

ist auch einfach netter wenn man selber durchs Land fahren kann ohn auf nen Einheimischen Kumpel angewiesen zu sein. So merk ich auch immer mehr, dass ich hier nun lebe und nicht nur mal eben zu besuch bin.

Wenn ich bald mit meiner Freundin durch die Lande ziehe weiss ich shon mal, dass ich mich verstaendigen kann und dank meiner Verstaendnisse fuer die Preise hierzulande, kann ich auch schon fast einschaetzen, was ein Mzungupreis ist und was der echte Preis ist. Das zu wissen ist schon echt Geld wert hier. Leider. Jedes Mal beim einkaufen muss man drauf achten nicht verarscht zu werden. Wenn man den angemessenen Preis fuer die Tomaten bezahlt, muss trotzdem kucken ob man auch nicht welche mit schlechten stellen angdreht kriegt.

Das fand ich so nett an Tanga, dass die Leute (egal wer) immer nur den echten Betrag wollten und nicht mehr Penunsen haben wollten, nur weil wir weisse sind. Tanga oder auch Tanzanian Münster (wegen der unmengen an Fahrradfahrern in der Stadt) ist die angenehmste Stadt, die ich hier kennengelernt habe. Keiner will einen Betruegen und abzocken. Wenn man sagt: "Nein Danke" dann gucken sie einen komisch an und sagt man's dann auf Kisuaheli verstehen sie was man will und lassen einen in Ruhe. Tanga's Altstadt hat immer noch den Flair unserer deutschen Vorfahren. Ueberall stehen noch alte Kolonialbauten rum, manchmal verlassen und heruntergekommen, dafuer aber offen und man kann reingehen. Sehr nettes plaetzchen, die sich unsere Vorfahren da ausgesucht haben. Einziges Problem war die extreme Schwuel, die auch nachts praesent war. Bislang war ich Mwanga's Hitze gewoehnt. Jetzt kam noch enorme Luftfeuchtigkeit hinzu.

hier noch some random Facts about Tanga:
  1. Tanga ist die nördlichste Hafenstadt Tansanias mit 224.891 Einwohnern (Stand 1. Januar 2005) sowie der Name der Region, die die Stadt umgibt.
  2. Die Stadt war 1893 der Ausgangspunkt der Usambarabahn.
  3. Vom 3. bis 5. November 1914 schlug hier in der Schlacht bei Tanga die deutsche Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika unter Paul von Lettow-Vorbeck den Landungsversuch einer weit überlegenen britisch-indischen Streitmacht unter dem Kommando Arthur Aitkens zurück.
  4. Seit 1963 ist Eckernförde Patenstadt Tangas.
  5. Tanga ist auch der Name eines Klaidungsstuecks - ein auf Bänder und Stoffdreiecke reduzierter Bikini brasilianischer Herkunft.
  6. Nicht zu verwechseln mit Tanger in Marocco.
Weg von Tanga - hin nach Dar.

Das gleiche Klima, wie in Tanga erwartete uns auch in Dar es Salaam: Heiss und nur ertraeglich mit Deckenventilator. Dar es Salaam war eigentlich nur in unserem Programm, weil ich unbedingt meine Freundin vom Flughafen abholen wollte und ihr nicht die Strapazen mit dem busticket (welches keins war) ersparen wollte. Begleitet zum Flughafen wurde ich von einem Schueler und seinem Kuseng, die wiederum mir nicht zumuteten, dass ich allein mit dem DallaDalla zum Flughafen finden wuerde und auch nicht zurueck. Voll nett von denen. Nen Tag vorher hatten sie uns zu sich nach Hause eingeladen, so hatte ich auch endlich mal einblick in ne Wohnung in DER Stadt. Alle 5 "Kinder" (16-23) schlafen dort in einem Zimmer. Nichts mit Privatsphaehre oder dergleichem. Zur feier des Tages wollte der eine unbedingt fuer uns tanzen und mein Schueler hat fuer uns gesungen. richtig suess!

Kathi ist uebrigens gut angekommen. Sie war nur ein wenig fertig vom lange Fliegen und vom nicht Schlafen in Doha beim umsteigen. Nachdem Sie dann endlich ein wenig Schlaf bekommen hatte war sie dann auch etwas aufnahmenfaehig fuer die Schoenen Landschaften auf dem Weg nach Mwanga und die alltaeglichen Sachen, die man aus dem Bus sieht: Lehmhuetten, Ananasverkaeufer, die einem die Ware in den Bus reichen, Masaais mit Ziegen, Usambaraberge, Sisal und Staubwolken.
Gestern war Geburtstag bei ueber 30 Grad. Echt seltsam fur jemanden, der im Dezember geboren wurde, aber davon morgen mehr.

Montag, 26. November 2007

Haus Gottes und der Schmuggelpfad nach Kenia


Jetzt mal was laengeres.


Seitdem hier keine Schüler mehr sind und die Aufgaben, die man übernehmen kann, geringer werden, machen Kathleen und ich immer mehr „Wandertage“. Letzte Woche haben wir einige der schönsten Plätze der Umgebung hier besucht.
Das Haus Gottes und den Regenwald von Kileo.

Das Haus Gottes (nyumba ya mungu) ist ein großer Stausee hier in der Nähe, dessen Staudamm uns fast immer mit Strom versorgt und dessen Fische uns des öfteren eine schöne Mahlzeit sind. Hier kann man dank der Nähe zum See immer frischen Fisch auf dem Markt kaufen. Jeden Tag und zu fast jeder Tageszeit. Die Leute leben vom Fischfang und diejenigen, die so komische rote Decken als Kleidung ansehen, leben von Ihren Kühen und Ziegen am See. Wir waren aber nicht so wirklich im Gebiet der Masaai. Mehr bei den Fischern, die mit ihren aus nem Baumstamm selbst geschnitzten Booten tagtäglich rausfahren um die Fische zu fangen. Mein Kumpel Mapunda ist in einem Dorf am See aufgewachsen, so dass wir dann vor Ort bei seinen Verwandten im Haus chillen konnten und wieder einen neuen Einblick in afrikanische Lebensgewohnheiten mitkriegen konnten. Das Dorf am See ist nicht mit Frischwasser versorgt, so dass sie das Wasser vom See nehmen zum waschen und so weiter. Trinken kann man das Wasser glaub ich nicht, dafür wird extra Wasser benutzt, was man sich von vorbeifahrenden Händlern kaufen muss. Die Händler sind meist eine Kolonne von Fahrrädern an deren Seiten je ein Wasserbehälter mit 20 Litern und auf dem Gepäckträger ein genauso großer Tank festgeschnallt ist. 20 Liter kosten umgerechnet 30 cent. Das heißt wenn man alle verkauft hat, dann ist man mit 90 Cent am Abend dabei. (zum Vergleich: ein Bier kostet 60 Cent, eine Cola 20c).
Die Familie (ca. 10 Mann), die wir besucht haben, lebt vom Verkauf von Mandazi (übersetzt: „infettgetränkterkrapfen“). Um die Mandazi zu verkaufen muss man erstmal entweder mit dem Fahrrad ne Stunde fahren oder man nimmt sich ein Minibustaxiding und kommt wegen den Fahrtkosten am Abend mit sehr viel weniger Geld zurück, als wenn man das Fahrrad nimmt. Fahrräder werden hier auch African Car genannt, da den meisten das Geld für ein Auto bei Weitem fehlt. Fahrräder kann man, meiner Erfahrung von den Straßen nach, auch schon fast African Truck nennen. Drei Kästen Bier auf dem Gepäckträger oder 5 Säcke Kohle sind hier keine Seltenheit.
Zurück zum See.
Was den See meines Erachtens nach ausmacht, sind die unberührt aussehenden Ufer des Sees und seine umfangreiche Vogelwelt. Marabus, Reiher und Pelikane, dazu irgendwelche Tauchvögel, deren Name mir trotz Jahrelanger Tierfilmguckerfahrung nicht einfallen mag. Zu den weiteren Bewohner des Sees gehören an bestimmten Stellen auch die Krokodile, die sich über die Ziegen und Kühe der Masaai erfreuen. Vielleicht auch über die vielen Kinder der Fischer, aber das ist eher eine Vermutung. Krokodile haben wir leider nicht gesehen. Die halten sich eher an den Stellen auf an denen die Ufer nicht so breit sind.
Was aber wirklich seltsam ist an dem See und seiner Umgebung ist, dass schon ca. 20 Meter vom Ufer entfernt die wirklich trockene Savanne von Kilimanjaro-Region anfängt.
No more Fruchtbarkeit.
Ganz anders ist da unser anderer Wandertag gewesen. Der Regenwald von Kileo.
Nicht weit entfernt ist der Wald, der sich unmittelbar an der (unbewachten) Grenze zu Kenia befindet. Wenn man die große Tour macht, dann führt einen der kostenlose(!) Guide ca. 3 Stunden durch richtiges grün. Über einem die Affen im Gebälg und um einen herum die Pflanzenwände aus exotischen Pflanzen, für die man beim Vietnamesischen Blumenladen ein heiden Geld bezahlt. Der Regenwald hat sich ungefähr am Fuss des Kili angesiedelt und an bestimmten Stellen entspringen eisige Quellen, die den Wald im ganzen Jahr mit Wasser versorgen und irgendwann zum Fluß werden, der im nyumba ya mungu mündet. In dem Wald selber gibt’s zum Glück keine großen Krokodile. Nur ganz kleine, ca. 1 Meter oder so. Ein haben wir auch gesehen, das sah aber mehr wie ne Schlange aus fand ich. Unser Guide fands nicht und der muss es ja wissen. Er hatte ja schliesslich die Machete und ich nicht.
Ungefähr nach der Hälfte der Tour hat uns der Führer einen Weg am Waldrand langgeführt, der auch oft von Kenianern genutzt wird um das in Kenia billigere Kerosin oder sonstige Waren nach Tanzania zu schmuggeln um sie dann hier zu verkaufen. Damas meinte ich sollte den Weg nicht nehmen, wenn ich am Ende meiner Zeit den Rückweg nach Nairobi antreten möchte. Die Polizisten könnten komisch kucken, wenn ich plötzlich ohne Visum nach Kenia dastehe.

Sonntag, 18. November 2007

..und am Ende steht mein Spitzname

Letzte woche, war ich wie angekuendigt in Dar es Salaam (kurz Dar oder jiji - die Stadt) um die Schueler dahin zu begleiten, damit auch keiner auf dem Weg verschuett geht.
Mein Kumpel Mapunda (der 6 Biertrinker aus dem Pub), sein schwager (alle heiraten hier frueh) und ich waren in nem Reisebus voller halbstarker Jugendlicher die nach Hause fuhren, nachdem sie ihre Familien und Freunde fuer ca. 4 Monate nicht mehr gesehen hatten. Zu allem Ueberfluss hatten sie vor der Fahrt alle das restliche Taschengeld ausgezahlt bekommen, dass sie nicht verbraucht haben in dem Schuljahr. Ihr koennt euch glaub ich das Bild vorstellen.
Es wurden Colas, Suessigkeiten und zu fressen gekauft was das Zeug hielt. Einen Schueler hab ich mit nem Bier erwischt - war aber alkoholfrei wie sich rausstellte. Hatte mich schon so auf meine beute gefreut.
Ansonsten standen die meisten Schueler in den Gaengen herum und haben coole Sachen gemacht, damit die anderen Schuler und Schulerinnen denken: "Was macht der fuer coole Sachen?"
Wie bei ner Klassenfahrt halt. Haben nur noch die Bravos und Sportbilds gefehlt.
In Dar angekommen haben wir Lehrer klargestellt, dass alle Schueler versorgt sind, bevor wir uns versorgt haben. Den Abend haben wir ganz ordentlich auf die Ka..e gehauen dass am naechsten tag nur noch ein sehr kleines bisschen vom Geld uebrig geblieben ist. Bei mir war eh grad Ebbe im Portemoney angesagt, da der Automat letzte Woche keinen Schilling ausspucken wollte. Also hatte ich von da an ein kleines Geldproblem. Den naechsten Abend war nur Wasser und Pork angesagt. Auch was schoenes.
In Dar an sich, war es nur am regnen. Von morgens bis in die Nacht. Die Strassen waren extrem ueberflutet, weil Abwasserkanaele vom Muell verstopft waren und mit den Wassermassen nicht klarkamen. Ansonsten war auch alles sehr verschlammt, so dass man immer auf seine Hose und die Schuhe ufpassen musste. Ich muss ja hier mit der Hand waschen, da will ich Daressallamschmutz in der hose vermeiden. mit der hand waschen ist schon sehr pain in the ass.
Ansonsten war Dar eigentlich recht friedlich. Ich hatte von den Schuelern schon dolle schauergeschichten gehoert. So mit hose aufschlitzen um ans Geld zu kommen und sonstige Tricks um uns arme Weisse zu beklauen. Bei mir haben sie es nicht versucht. Ich seh glaub ich zu gefaehrlich fuer die kleinen Hemdlinge aus TZ aus. Hab ich schon mal erwaehnt, dass ich ich zu den ganz grossen Menschen gehoere? mit meinen Standard 1.80 ueberrag ich doch fast alle hier. Da gibts nur ein paar Masaai, die es mit mir aufnehmen koennen.

Wegen meiner kraeftigen Statur, meiner Groesse und meiner Hautfarbe hab ich bei manchen Schuelern und Lehrern den Spitznamen: "John Cena"

Sonntag, 11. November 2007

1 Monat Tanz Anja!


Donnerstags ist immer Markttag hier in Mwanga. Aus allen umlegenden Doerfern kommen die Menschen um hier einzukaufen....weiss man ja schon seit "besser als google earth".
Was ich an dem Bild aber viel besser finde, als euch zu erzaehlen, dass donnerstags Markttag ist, ist dass man hier ein schoenen Einblick in die Streets von Mwanga bekommt (das rote da am Boden ist die Straße).
Diese Schubkarren kann man hier ueberall sehen. vollgepackt mit Säcken und sonstigem, was man nicht auf dem Kopf tragen kann. Man kann scheinbar alles auf dem Kopf tragen solange es nicht mehr wiegt als du selber und solange es nur ein Teil ist. Mit so ner Schubkarre haben wir dann auch unsere 50 kg Reis nach oben zum Haus geschafft. Der Typ ist die ganze Zeit vor uns her spaziert und wir hintendrein. Für 30 Minuten schieben hat er dann auch seine 30 cent bekommen. Danach ist er zurück um auf den nächsten Kunden zu warten. Echt mal ein Scheissjob. Aber er hat wenigstens einen.
im Hintergrund sieht man übrigens den Berg wo wir letztes und dieses Wochenende mühsam draufgestiegen sind. Anstrengungen bei 36°C sind eben noch anstrengender als bei kühleren Temperaturen - wer hät's gedacht.
gehts für mich auf kleine große Reise: 3 Tage Dar es Salaam davon 2 Tage mit dem Bus unterwegs sein. Die Schüler nach hause begleiten. heute ist nämlich letzter Schultag für die Kids. Ab morgen ist hier Ruhe und korrigieren angesagt. Zum Glück hab ich da nicht so große Verpflichtungen, wie die angestellten Lehrer. Kathleen und ich werden schon helfen, aber so non-stop arbeiten...ne lieber nicht.

Donnerstag, 8. November 2007

Boah sind die suess!


Ich hab vorgestern mit der Kathleen eine pre-/primary school im Nachbardorf Kisangara besucht. Lauter klitze kleine Jungs und Mädels im Alter von 4-8 sind ständig an mir rumgeturnt, haben meine Haare begutachtet, meinen Bart und meine komische weisse Hautfarbe sowieso. Dass ich so gross war (für Tansanische Verhältnisse bin ich kleiner Zwerg ein Riese) fanden sie auch total Super. Mehr Platz zum klettern.
nach der kurzen Pause haben dieSchueler uns ein Staendchen vorgespielt, was sie eigentlich immer morgens machen: da stehen dann 4 Schueler mit Trommeln, einer mit becken und einer mit nem Stab zum dirigieren. Davor stehen alle Klassen in Reih und glied und singen: Nationalhymne, Tanzania Tanzania und zum Abschluss 'we are marching in the light of god' dabei marschiert dann eine Klasse nach der naechsten in den unterricht. Das Marching-Lied geht einem auch nicht mehr aus dem Kopf.
Den unterricht nach der Pause haben dann Kathleen und Ich geschmissen. Subject war drawing and colouring.
i want all of you to draw the National Flag of Tanzania.
Dabei sind die seltsamsten Kombinationen rausgekommen. Einer war sich sicher, dass die Farben von TZ rot gelb gruen sind. Stimmt zwar nicht, sind aber trotzdem schoene Farben. Nachdem die Fahnenvielfalt zu gross war und wir wazungu nicht mehr wussten, welche Farben richtig sind, ahebn wir dann die Lehrerin geholt, die die Fahne dann Falsch gemalt hat...
Der kroenende Abschluss war dann, dass ich einem der Jungen (Der kleine Racker auf dem Foto ganz rechts unten) ein Bild von mir zum ausmalen gezeichnet hatte und danach natuerlich die ganze Klasse vor mir stand und entweder ein Bild von der Madam oder vom Boy wollte.
Nach dem Unterricht bin ich zu den Jungz (s.o) in die Schlafraeume gegangen, wo mir dann jeder mit dem Satz: "Teacher, look what I can do!" irgendwelche Akrobatikkunststuecke zwischen den Hochbetten gezeigt hat. Aber nicht das einer nach dem andern das gemacht haette - ne, ich musste in 5 Richtungen gleichzeitig gucken und denen sagen wie toll das grad eben war.
Nachdem alle Schueler dann schlafen gegangen sind haben wir dann noch lange mit dem einen Lehrer gesessen, der echt viel ueber Deutschland und Europa wissen wollte, so wie sehr viele hier.
Den weiteren Nachmittag haben wir dann noch mit einer anderen Freiwilligen aus Israel verbracht, die grade in kisangara lebt und etwas unzufrieden ist mit der Situation dort. kleines Dorf, wenig Englisch, viel swahili und kaum Leute in ihrem Alter. Sie war echt froh, mit uns quatschen zu koennen, so dass es mir eigentlich leid tat, dass wir nicht die Nacht da geblieben sind. machen wir vielleicht naechste Woche. Mal schauen.
Jetzt muss ich erstmal noch das ein oder andere Examen beaufsichtigen und den ein oder anderen Betrueger schnappen!